Idee und Geschichte

Geld ist seit Anfang an entweder Tauschmittel oder Buchgeld (Anlage).

Im Moment wird das Geld auf der ganzen Welt zu 1% als Tauschmittel und zu 99% als Buchgeld verwendet.

Dieser Prozentsatz wechselte in der Geschichte ständig.

mittelalterliche Wirtschaftsblüte

(ca. 900 - 1200) In diese Zeit fiel die Entstehung der deutschen Stadt, des deutschen Bürgertums, der Handwerkszünfte und Kaufmannsgenossenschaften. Der Mann, der im Schutze der Stadtmauer lebte, fühlte sich wie ein Bewohner der Burg als Bürger. Der Markt zog Fremde heran und Bewohner des Landes, die ihre Produkte zum Verkauf brachten und städtische Gewerbeerzeugnisse einhandelten. So hatte der Bürger, der ein Handwerk ausübte, bald seinen laufenden Absatz. Die wichtigsten Tage des Güterumsatzes waren die Markttage.

Was den Besucher dieser Städte mit Bewunderung und Entzücken erfüllte, war die in absichtslosem Wachsen und Werden der dichtgedrängten Ansiedlung zustande gekommene natürliche Harmonie. Und diese wiederum war ja nur das sichtbare Ergebnis eines sozialen Zustandes, einer inneren Ordnung der Stadtgemeinschaft, wie sie sich im Zusammenleben freier Menschen, in ihren städtischen Gliederungen und ihrer auf gegenseitige Rücksichtnahme ausgerichteten Selbstverwaltung entwickelte.

Wie großartig die Wirtschaftsblüte dieser Jahrhunderte gewesen sein muss, kann man vielleicht am besten daran ermessen, dass die Gründung von Städten erst mit dem 12.ten Jahrhundert mit dem Beginn der Brakteatengeldwirtschaft, d.h. mit dem Beginn der dadurch verursachten Konjunkturperiode, richtig eingesetzt hat. Der riesenhafte Aufwand, den diese Leistung bedingte, kam fast spielend aus vorhandener Schaffenskraft und Regsamkeit. Diese glanzvollen Städte sind jedoch nicht ohne Opfer und Verzicht des breiten Landes entstanden.

Auszug aus: Karl Walker, Das Geld in der Geschichte, Zürich 1999

Die Brakteaten

(bractea = dünnes Blech, man konnte sie gegebenenfalls durchbrechen oder durchschneiden) sind zum ersten Mal Ende des 11ten Jahrhunderts in der bischöflichen Münze von Magdeburg geschlagen worden.

Die Reichsrechte der Münzprägung sind, ausgegangen von Karl dem Großen, an Könige, Fürsten, Grafen, Bischöfe, Grundherren, Klöster und Städte verliehen worden. Bild, Name und Gepräge der Münze durften von den Trägern des Münzrechtes verändert werden. Die mit dem Münzregal Beliehenen hatten Abgaben zu leisten, die sie bei der Prägung durch Erhebung eines Schlagschatzes und durch Auswechseln hereinholten. Ebenso war es rechtens, eine Änderung vorzunehmen, wenn neue Herren kommen (auf Grund von Erbfolge, oder beim Ausgang von Machtkämpfen). Die umlaufenden Münzen wurden aufgerufen und unter Abzug eines Schlagschatzes gegen neue Münzen ausgetauscht. Von Erzbischof Wichmann (hat die halbjährliche Münzerneuerung eingeführt) von Dresden sind mehr als 70 verschiedene Prägungen bekannt. Beim Austausch wurden z.B.: Für 8 alte Pfennige jeweils 9 neue Pfennige gegeben.

Wesentlich für diese Zeit, ist allein die ungeheuerliche volkswirtschaftliche Auswirkung, die durch die überall gleichartig gehandhabte permanente Gelderneuerung zustande kam. Die unter solchen Verhältnissen unmöglich gewordene Hortung und Schatzbildung wurde ständig umgewandelt in pulsierende Nachfrage nach den Erzeugnissen des Gewerbefleißes. Niemand wäre so einfältig gewesen, dieses Brakteatengeld länger als verkehrsnotwendig zu behalten oder gar mit Bedacht zu horten. In diesem Umstand liegt die Wurzel der Dynamik, aus der die gesamten Leistungen der gotischen Epoche entstanden sind. Die nun um die Mitte des 12 ten Jahrhunderts um sich greifende fortlaufende Münzerneuerung, verhinderte jetzt auf volle 3 Jahrhunderte hinaus ein Horten, Konzentrieren und Erstarren des Geldes! Alle kaufmännische Tüchtigkeit, aller Fleiß, alle handwerkliche Kunstfertigkeit und Erfindungsgabe, durch gegenseitige Befruchtung gefördert, konnten nun in den Erzeugnissen und realen Gestaltungen des Gewerbefleißes selbst Wohlhabenheit und Reichtum schaffen.

Die "deutsche Hanse"

Es gibt in der Wirtschaftsgeschichte wenig Vergleiche, die der Blütezeit des mittelalterlichen Welthandels, dem machtvollen Wirken der deutschen Hanse, gegenübergestellt werden könnten. Handel, Handwerk und Gewerbe, überall in rühriger Geschäftigkeit, bilden die Grundlage wachsenden Wohlstandes. Ohne Unterbrechung räumt die Nachfrage, die in Gestalt der rastlos zirkulierenden geprägten Silberplättchen auftritt, den Markt. Die Erzeugnisse werden kunstvoller und gediegener, die Käufer anspruchsvoller.

Man begehrte das Besondere, das Seltene, das Produkt fremder Landstriche und verfeinerter Herstellung. So ziehen denn die Kaufleute in die Welt hinaus, nehmen heimische Erzeugnisse mit, und je weiter sie vordringen, desto kostbarer wird ihre Ware am Ort des Absatzes. Und was sie dort einhandeln, das hat in der Heimatstadt einen höheren Marktwert, der sich in klingenden Gewinn umsetzen lässt. Die einen gingen über die Alpenpässe, die anderen den Flüssen folgend in ferne Länder.

Die Kaufleute der Hanse haben schon früh begonnen, Niederlassungen in der Ferne zu gründen. Ihre Handelskontore und Faktoreien in London, Brügge, Bergen, Nowgorod u.v.a.. Zwischen all diesen Orten, den speziellen Produktionsstätten oder Stapelplätzen und den großen Märkten der fernen Städte, waren ständig die Wagenzüge und zur See die Schiffe der hansischen Kauffahrer unterwegs. Und von allen Gewerbezweigen war der Handel als methodisch und weiträumig organisierter Güteraustausch entscheidend für alle Gewerbetätigkeit, der vornehmste und anspruchsvollste, der Kühnheit, Wagemut und Klugheit zugleich erforderte. Rund 170 Städte schlossen sich dem Bund der Hanse an.--¬-

Wie hat es also die Hanse gemacht? Wie kam es, dass diese Schöpfung deutscher Organisationskunst ohne politische Macht, ohne Kaiser und Fürstengewalt, ohne die Herrschaft über das Gewissen der Menschen nur aus der Leistung des Bürgertums heraus groß wurde? Was auf dem kleinen Markt der eine ausgibt, das nimmt der andere ein. Es kommt also darauf an, dass das Geld immer wieder als Nachfrage auftritt, heute nach dieser und morgen nach jener Ware. So kommt mit der Zirkulation des Geldes ein Kreis von immerwährender Nachfrage zustande, der fortgesetzt die Erzeugnisse des Gewerbefleißes vom Markt nimmt. Daraus ergibt sich der ständige Impuls zur Weiterarbeit, zur erneuten Belieferung des Marktes. Alle Arme rühren sich, und der Segen dieses Fleißes zeigt sich in immer besseren Leistungen, die auf den Markt strömen. Diesen Zustand ununterbrochener Geschäftigkeit hat also jenes merkwürdige Geld, das keiner in die Schatztruhe legen möchte, weil es vielleicht in Kürze aufgerufen werden könnte, ursächlich ausgelöst.

Auszug aus: Karl Walker, Das Geld in der Geschichte, Zürich 1999

Der AmmerLechTaler

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Der AmmerLechTaler ist für die Menschen in der Region da und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung.

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